Das Zentrum auf Reisen

Das Zentrum für verfolgte Künste ist in Solingen zu Hause und präsentiert dort jährlich mehrere Sonderausstellungen sowie die Sammlungen der Bürgerstiftung für verfolgte Künste – Else-Lasker-Schüler-Zentrum – Kunstsammlung Gerhard Schneider.
Mit Partnern im In- und Ausland erarbeitet es zudem regelmäßig Ausstellungen, die auch außerhalb Solingens gezeigt werden oder stellt anderen Museen Leihgaben für ihre Ausstellungen zur Verfügung. So wird es möglich, das Thema „verfolgte Künste“ bundesweit sowie international vorzustellen.

 

 

Ausstellungen:

 

 

  • Joachim Ringelnatz, Urwald, 1928, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
  • Joachim Ringelnatz, Elefant im Sturm,1927, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
  • Joachim Ringelnatz, Flugzeugblick, 1928, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
  • Joachim Ringelnatz, Der Messingberg, o. J., Öl auf Leinwand, Joachim-Ringelnatz- Museum, Cuxhaven

 

Joachim Ringelnatz

Dichtung und Kunst vor Beginn des Nationalsozialismus

MOCAK (Alfa Galerie) / Krakau

4. Oktober 2017 – 25. März 2018

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Joachim Ringelnatz` (1883–1934) Lyrik gehört zu den Klassikern der deutschen Dichtung. Fragmente seiner durch Humor und Distanz zur Realität geprägten Werke gelten bis heute als außergewöhnlich aktuelle, geistreiche und populäre Aphorismen. In Cuxhaven, einer eng mit der Biographie des Künstlers verbundenen Stadt, befindet sich ein ihm gewidmetes Museum. Ringelnatz war jedoch auch Maler. Seine Bilder sind allerdings weit weniger bekannt. Erst im Jahr 2016 zeigte das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen eine umfassend retrospektive Ausstellung der Malerei von Ringelnatz unter dem Titel: War einmal ein Bumerang. Joachim Ringelnatz – Der Maler kehrt zurück

Die Ausstellung im MOCAK ist die erste Präsentation des künstlerischen Schaffens von Joachim Ringelnatz außerhalb Deutschlands. Sie zeigt Bilder, Zeichnungen und Faksimiles seiner seit des Zweiten Weltkriegs als verschollen geltenden Werke und eine exemplarische Übersicht seiner literarischen Tätigkeit (Erstausgaben seiner Bücher, Widmungsexemplare des Künstlers). Gezeigt wird darüberhinaus ein Kurzfilm, in dem er eines seiner Gedichte vorliest.

Ringelnatz begann im Alter von 22 Jahren zu malen, im Jahr 1909 las er die ersten Gedichte auf der Bühne des Künstler-Cafés „Simplicissimus” in München, ein Jahr später erschien sein erster Gedichtband. Mitte der 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts befand er sich auf dem Gipfel seiner Karriere. Viele seiner Bücher wurden damals in Auflagen von mehreren tausend Exemplaren gedruckt und die Kunstwerke in zahlreichen Galerien in Deutschland gezeigt. Er wurde als Kabarettist zu zahlreichen Auftritten eingeladen. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, wurde sowohl sein literarisches als auch malerisches Schaffen als „Entartete Kunst“ gebrandmarkt. Kurz danach starb der Künstler an Tuberkulose.

Ringelnatz als Dichter und Ringelnatz als Maler bilden zwei Gegenpole einer komplexen künstlerischen Persönlichkeit. Als Dichter trat er gegen gesellschaftliche Konventionen auf, in dem er die ihn umgebende Realität bitter und höhnisch kommentierte. Eine kritische Stellung bezog er zu Deutschland, dem nach verlorenem Ersten Weltkrieg in einer Krise versunkenen, armen Land mit einer gewaltigen Arbeitslosenquote und dem keimenden Nationalismus. Als Maler wiederum knüpfte er an die aktuelle Situation nicht direkt an – er malte Genreszenen und Landschaften. Menschen stellte er als kleine, einsame, unbedeutende Figuren vor eine unversöhnliche und kräftige Natur.

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine polnisch-deutsche Publikation. Das Buch umfasst einen Text des Journalisten der Süddeutschen Zeitung und Ringelnatz Biografen, Hilmar Klute, einen Aufsatz der beiden Kuratoren Delfina Jałowik und Jürgen Kaumkötter, eine detailreiche kalendarische Biografie mit Abbildungen der phantastisch signierten Erstausgaben, Archivfotografien und Gedichte von Ringelnatz in beiden Sprachen. Die bildende Kunst von Joachim Ringelnatz wird literarisch kommentiert von preisgekrönten bekannten, polnischen und deutschen Autoren: Thilo Bock, Andrzej Franaszek, Janusz Głowacki, Elke Heidenreich, Rolf Jessewitsch, Jürgen Kaumkötter, Jakub Kornhauser, Bronka Nowicka, Maria Anna Potocka, Frank Schulz, Alain Claude Sulzer, Olga Tokarczuk, Peter Wawerzinek und Adam Zagajewski.

 

 

Von Frankfurt nach New York

Eric und Jula Isenburger

Museum Giersch der Goethe Universität / Frankfurt

15. Oktober 2017 – 11. Februar 2018

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Leihgaben:

Shoah et bande dessinée

Mémorial de la Shoa / Paris

19. Januar – 30. Oktober 2017

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Trailer: [Hier]

 

 

 

 

Oskar Maria Graf. Rebell, Weltbürger, Erzähler

Literaturhaus München

2. Juni – 5. November 2017

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