ERÖFFNUNG: Zofia Posmysz

 

#WeRemember

Am 27. Januar 2017, dem Internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, wurde im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen, die Ausstellung „Literarische Bilder des Holocaust. „Die Passagierin“ von Zofia Posmysz“ eröffnet. Diese Ausstellung zum Werk der Schriftstellerin sowie die Ausstellung zu ihrem Leben im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen waren Teil von „WENN DAS ECHO IHRER STIMMEN VERHALLT …“, dem Rahmenprogramm zur Oper „Die Passagierin“ des Musiktheaters im Revier Gelsenkrichen.

In der Novelle „Die Passagierin“ erzählt Zofia Posmysz – die den Holocaust überlebt hat und heute eine der letzten Zeitzeuginnen ist – eine fiktive Geschichte aus der Sicht einer ehemaligen deutschen KZ-Wärterin: Der Diplomat Walter und seine Frau Lisa unternehmen 1960 eine Kreuzfahrt. Lisa wird an Bord des Luxusschiffs – 15 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs – jedoch von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn mit ihnen reist auch Marta, eine der in Auschwitz Inhaftierten, die dem Tod entkam. Lisa, die ihrem Mann bis dahin ihre Vergangenheit verschwiegen hat, sieht sich nun gezwungen von ihrer Arbeit als Oberaufseherin in Auschwitz zu erzählen. Hierbei beteuert sie immer wieder, das sie eine ganz „ehrliche Deutsche“ gewesen sei, die „nur ihre Pflicht getan hat“ …

Zofia Posmysz verteilte im Alter von 18 Jahren in Krakau Flugblätter des polnischen Widerstands und wurde daraufhin festgenommen. Man deprotierte sie in verschiedene deutsche Konzentrationslager, so u.a. nach Auschwitz. Nach dem zweiten Weltkrieg begann sie, das Erlebte literarisch aufzuarbeiten.

Die Ausstellung in Solingen wurde erarbeitet von Magdalena Mazik, der Leiterin der Bibliothek des MOCAK, Museum für Gegenwartskunst in Krakau. Bei der Eröffnung war neben  Leszek Szuster, dem Leiter der Internationalen Jugendbegegnungstätte in Auschwitz auch die Zofia Posmysz anwesend. Szuster und Posmysz verbindet eine über Jahre andauernde Zusammenarbeit, denn als Zeitzeugin ist Zofia Posmysz viele Male nach Auschwitz zurück gekehrt, um dort mit Jugendlichen über den Holocaust zu sprechen.

Sylvia Löhrmann, die Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, ließ dem Zentrum für verfolgte Künste ein Grußwort zur Eröffnung zukommen, das Sie hier nachlesen können. [Mehr]

 

 

Am Tag vor der Ausstellungseröffnung in Solingen fand im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen ein Zeitzeugengespräch mit Zofia Posmysz statt. Dr. Maria Anna Potocka, die Direktorin des MOCAK, Museum für Gegenwartskunst in Krakau, eröffnete an diesem Abend zudem die von ihr kuratierte biografische Posmysz-Ausstellung. Dr. Potocka nannte Zofia Posmysz in ihrem Grußwort ein „Sinnbild für Humanität“. Am 28. Januar 2017 feierte die neue Inszenierung der Oper „Die Passagierin“ in Gelsenkirchen Premiere.