Die Ausstellung „Entartete Kunst“

Otto Pankok, Hoto II (Detail), 1932, Lithografie © Otto-Pankok-Erben
Otto Pankok, Hoto II (Detail), 1932, Lithografie © Otto-Pankok-Erben

 

Heute vor 79 Jahren, am 19. Juli 1937, wurde in München die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. Was sich in den vier Jahren zuvor durch die sogenannten Schandausstellungen bereits angekündigt hatte, gipfelte nun in einem der traurigsten Höhepunkte deutscher Kulturgeschichte. Binnen weniger Tage wurden deutschlandweit die Museen gesichtet und über 21.000 Bilder moderner Kunst beschlagnahmt. Für München wurden ca. 700 Werke ausgewählt, unter ihnen befanden sich u.a. Arbeiten von Georg #Grosz, Otto #Pankok, Hans #Grundig und Conrad #Felixmüller.

Zentraler Gedanke des Ausstellungskonzepts war es, bei den Besuchern negative Gefühle und den Eindruck von Chaos hervorzurufen. Hierfür wurden die Werke in schlecht belichteten Räumen dicht an dicht gehängt und durch erniedrigende Wandbeschriftungen ergänzt. Einen kleinen Einblick in die Ausstellung gewährt uns das Bildmaterial des amerikanischen Dokumentarfilmers Julien Bryan: https://www.youtube.com/watch?v=tUz8mKif57w

Bis 1941 tourte die Ausstellung durch Deutschland, Österreich und die besetzten Ostgebiete. Die Exponate wechselten während dieser Zeit mehrfach, da „international verwertbare Kunst“ aussortiert und für Devisen ins Ausland verkauft oder gegen alte Meister eingetauscht wurde. Bei der Fülle von beschlagnahmten Werken konnten die Lücken problemlos geschlossen werden. Nach dem Ende der Tour wurden die Exponate dem Propagandaministerium übergeben. Eine Rückgabe an die Museen erfolgte nicht – die Beschlagnahme wurde 1938 rückwirkend durch ein Gesetz legitimiert.

Unter den in München gezeigten Bildern befand sich auch die Grafik „Hoto II“ von Otto Pankok  (1893 – 1966 ).  Sie wurde beschlagnahmt und als „entartet“ degradiert, da ein Sinti-Mädchen abgebildet ist. Während der Zeit des Nationalsozialismus dienten alle Künste ausschließlich dem Staat und dessen Propaganda, so dass Darstellungen von „nicht-arischen“ Menschen verboten wurden.

„Hoto II“ ist Teil unserer permanenten Ausstellung, sie kann dienstags bis sonntags besucht werden.

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