Tag der Musik 16. – 18. Juni 2017: Musik ist Leben

Otto Fischer-Lamberg, In der Pianobar, um 1930/35, Öl auf Leinwand, Bürgerstiftung für verfolgte Künste - Else-Lasker-Schüler-Zentrum - Kunstsammlung Gerhard Schneider © Erben Otto Fischer-Lamberg
Otto Fischer-Lamberg, In der Pianobar, um 1930/35, Öl auf Leinwand, Bürgerstiftung für verfolgte Künste - Else-Lasker-Schüler-Zentrum - Kunstsammlung Gerhard Schneider © Erben Otto Fischer-Lamberg

 

Unter dem Motto „Musiklandschaften: Orchestergipfel“ findet vom 16. bis 18. Juni 2017 der Tag der Musik im gesamten Bundesgebiet statt. Der Deutsche Musikrat ruft dazu auf, ein Zeichen für den Schutz und die Förderung der kulturellen Vielfalt zu setzen.

 

Diffamierung von Musik und Musikern im NS-Staat

Musik und Musizierende waren und sind immer wieder Motive bildnerischer Darstellung. Das Zentrum für verfolgte Künste präsentiert daher anlässlich des Tages der Musik Werke, die sich dem Thema widmen. Auf diese Weise nimmt das Zentrum den Tag der Musik, der den Wert der Musik als Teil von Kunst und Kultur und damit des gemeinschaftlichen Lebens hervorhebt, als Anstoß, auf das Schicksal verfolgter Musikerinnen und Musiker hinzuweisen. Unter den menschenverachtenden Bedingungen des NS-Staats wurden Komponisten der Moderne und Ausführende geächtet, ihre Musik analog zur bildenden Kunst als „entartet“ diffamiert. Namen wie Arnold Schönberg, Erich-Wolfgang Korngold, Kurt Weill oder Hanns Eisler stehen für alle, deren Leben und musikalisches Werk durch Holocaust, Flucht und Exil tiefe Einschnitte erfahren musste.

Die Diskriminierung und Verfolgung Kulturschaffender gehört bis heute zum Machtinstrumentarium totalitärer Regime. Umso wichtiger bleibt es, die Bedeutung von Kunst – im konkreten Fall der Musik – auch in sozial- und bildungspolitischer Hinsicht deutlich zu machen.

 

Sonderaktion zum Tag der Musik

Das Zentrum für verfolgte Künste stellt einige musikalisch geprägte Werke aus den eigenen Beständen vom 15. Juni – 18. Juni von 10 – 17 Uhr in der Literaturabteilung des Museums vor. Gleichzeitig knüpft die Illustration von Musik als Lebenselixier an die aktuelle Ausstellung „Kunstwerk Leben“ an, die noch bis zum 2. Juli 2017 zu besichtigen ist.

 

Erinnern für die Zukunft

Arnold Schönberg (*1874 in Wien †1951 in Los Angeles) stammte aus einer jüdischen Familie, emigrierte 1933 in die USA und nahm 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er gilt als einer der einflussreichsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts.

https://www.youtube.com/watch?v=olwVvbWd-tg

 

Hanns Eisler (*1898 in Leipzig, gestorben 1962 in Berlin, war Schüler von Arnold Schönberg. Er schrieb Musik für Berliner Arbeiterchöre, für avantgardistische Musikfeste, kommunistische Parteiveranstaltungen, für Radio, Bühne und Kabarett sowie später für Hollywood-Filme. Er komponierte bedeutende Klavier-, Kammer- und Orchestermusik sowie mehr als 500 Lieder. 1938 ins amerikanische Exil vertrieben, kehrte er 1948 nach Europa zurück. In den 1950er Jahren geriet er in (Ost-)Berlin in Konflikt mit der DDR-Kulturbürokratie.

https://www.youtube.com/watch?v=L0YmWwepgqE

 

Kurt Weill (*1900 in Dessau; † 3. April 1950 in New York City) erlangte zunächst Bekanntheit durch die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht (z.B. „Die Dreigroschenoper“, 1928). Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft verfolgt. Er floh 1933 nach Frankreich und 1935 ins Exil in die USA. In den 1940er Jahren war er am New Yorker Broadway ein erfolgreicher Musicalkomponist. 1943 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Kurt Weills Werk umfasst Opern, Operetten, Musik für Ballette und Schauspiel, Musicals, Werke für Orchester, Kammermusik, Lieder, Songs und Chansons.

https://www.youtube.com/watch?v=X7eO7MKEZAY

 

Auch Werke 1933 bereits verstorbener Komponisten, die aus der Musikgeschichte nicht wegzudenken sind, wurden von den Nazis als „entartet“ diffamiert und schließlich verboten.

Felix Mendelssohn-Bartholdy (*1809 in Hamburg; † 1847 in Leipzig) gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. Er setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen. Zudem widmete er sich der Aufführung von Werken Händels sowie Bachs und trug so wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung bei.

https://www.youtube.com/watch?v=VABvau1TPP0