Tschechien ehrt Jürgen Serke

Jürgen Serke in Prag, 23. Juni 2017, Foto: Zentrum für verfolgte Künste / Jürgen Kaumkötter
Jürgen Serke in Prag, 23. Juni 2017, Foto: Zentrum für verfolgte Künste / Jürgen Kaumkötter

Hohe Auszeichnung für Jürgen Serke

Prag. Der in Norddeutschland lebende Journalist und Schriftsteller, dessen umfangreiche Sammlung verbrannter und verbannter Dichter sich im Zentrum für verfolgte Künste befindet, hat soeben den Gratias-Agit-Preis des tschechischen Außenministeriums erhalten. Gemeinsam mit der deutsch-tschechischen Publizistin Alena Wagnerova wurde er für die Förderung des Ansehens Tschechiens im Ausland geehrt.

Serke, heißt es in der Begründung, habe sich in seinen Büchern, in Ausstellungen und im Zentrum für verfolgten Künste in Solingen „verdient gemacht um die Verbreitung des besten Teils der tschechischen Literaturtradition“. In den „Verbannten Dichtern“ (1982) habe er Aufmerksamkeit geschaffen für die vom kommunistischen System verfolgten tschechischen Dichter im westlichen Exil. In „Böhmische Dörfer. Wanderungen durch eine verlassene literarische Landschaft“ (1987) habe er die bis 1989 in der Tschechoslowakei nicht mehr existierende deutsch geschriebene Dichtung des Landes wieder ins allgemeine Bewusstsein gehoben. Das von Serke bei seinen Recherchen zusammengetragene Archiv gehört inzwischen zum Bestand der Bürgerstiftung für verfolgte Künste – Else-Lasker-Schüler-Stiftung – Kunstsammlung Gerhard Schneider.

Die in Brünn geborene, seit 1969 in Saarbrücken lebende Alena Wagnerova wurde unter anderem für ihre Werke über Milena Jesenska und Sidonie Nadherny geehrt, denen sie große Aufmerksamkeit in Deutschland verschaffte.

Den Gratias-Agit-Preis hatte zuletzt der Dichter Reiner Kunze vor drei Jahren erhalten.

 

Den Beitrag von Radio Praha anlässlich der Verleihung in Prag gibt es [Hier] zum Nachhören.

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