Von Frankfurt nach New York

Ausstellungseröffnung "Von Frankfurt nach New York", 11. März 2018, Foto: Judith Schönwiesner
Ausstellungseröffnung "Von Frankfurt nach New York", 11. März 2018, Foto: Judith Schönwiesner

AUSSTELLUNG

Von Frankfurt nach New York

Eric und Jula Isenburger

11. März – 29. April 2018

 

[…] wirklich unendlich bedauere ich, dass die offiziellen Stellen Ihre geistigen Qualitäten noch nicht erkannt haben, doch ich höre nicht auf für Sie und für mich zu hoffen, dass dies eines Tages geschehen wird und dass Sie bald wieder die Luft der Freiheit atmen werden […].
André Gide an Eric Isenburger, 1941

 

Der Künstler Eric Isenburger (1902–1994) und seine Ehefrau, die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger (1908–2000), zählen zu den zu Unrecht vergessenen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Dabei stellte er in Berlin, Paris, London, Grasse, Malmö, Stockholm und New York aus, wo auch das MOMA Ankäufe tätigte. Jula trat in Wien, Berlin, Paris und anderen französischen Städten als Solotänzerin auf. Das Zentrum für verfolgte Künste widmet dem Künstlerpaar nun eine umfassende, retrospektive Ausstellung.
An der Frankfurter Kunstgewerbeschule ausgebildet, unternahm Eric Isenburger zahlreiche Studienreisen, so 1925 nach Barcelona. Ende der 1920er-Jahre lebte das Ehepaar in Wien, wo Eric als freischaffender Künstler und Bühnengestalter und Jula als Tänzerin arbeitete. 1931 folgte der Umzug nach Berlin. 1933, unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, war das jüdische Ehepaar ersten Repressalien ausgesetzt und musste fliehen.

 

Bilder der Ausstellungseröffnung, 11. März 2018, Fotos: Judith Schönwiesner

 

Paris und Südfrankreich wurden zu Zufluchtsorten. Sicher waren sie dort nicht, denn auch Internierungen in den französischen Lagern Les Milles und Gurs prägten die Jahre der Flucht. 1941 erhielten sie schließlich ein Visum für die USA und konnten Europa über Lissabon Richtung New York verlassen. Dort angekommen, begannen sie ein neues Leben in Freiheit, wurden amerikanische Staatsbürger und nahmen die USA als neue Heimat an.
Eric Isenburger schuf ein eigenständiges künstlerisches Werk mit Porträts, Landschaften und Stillleben. Sein Stil ist geprägt von Expressivität und experimentellem Gestus. Als Maler nahm er seine Umwelt zum Ausgangspunkt, enthielt sich jedoch eines eindeutigen Zeitkommentars. Jula setzte ihre Karriere in den USA nicht fort.

Kurator: Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste

Katalog: Zur Ausstellung liegt ein zweisprachiger (dt. / engl.) Katalog vor. Er ist für 29€ im Museumsshop erhältlich.

 

Audioguide zur Ausstellung