Zwei Ausstellungen als Auftakt zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler im Zentrum für verfolgte Künste Solingen.

Kianoush. R like Resistance

 

20.01.2019-3.03.2019   

Der iranische Künstler Kianoush Ramezani stellte sich 2009 in der „Grünen Revolution“ mit öffentlichen Protesten und Demonstrationen gegen die offensichtliche Fälschung der iranischen Präsidentschaftswahl. Mit seinen Karikaturen zweifelte er das amtlich bekannt gegebene Wahlergebnis an, in dem der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad mit 62,63% die absolute Mehrheit gewann. Als während der Unruhen, die sich bis Anfang September 2009 hinzogen, immer mehr Freundinnen und Freunde, Mitstreiter verhaftet wurden, es sogar zu Hinrichtungen kam, floh er nach Paris. Dort lebt und arbeiteter als politischer Flüchtling im Exil. Seine politischen Karikaturen erscheinen in „Courrier International“, „Guardian“, „Arte“, „Iran Human Rights“ und anderen internationalen Medien.

dessine-moi un balai

Kianoush ist der Gründungspräsident von „United Sketches“, einer internationalen Vereinigung für Meinungsfreiheit, die Karikaturisten im Exil unterstützt. Seine Werke werden weltweit gezeigt, vom Kulturzentrum Corbusier in Firminy, Frankreich, über die Nova Gallery, Washington, USA, bis zur „Die Taube des Friedens“, einer internationalen Gruppenausstellung in Tel Aviv, Israel. Er wurde mit dem „Culottes au cul“ (Arsch in der Hose) für künstlerischen Mut auf dem International Comics Festival in Angoulême, Frankreich, ausgezeichnet.

Dana Arieli. Nazi Phantom

 

20.01.2019-3.03.2019   

 

Die Israelin Dana Arieli fotografiert seit Jahren Orte, an denendie nationalsozialistische Ideologie immer noch sichtbar oder verdeckt anwesend ist. Zu den Fotos verfassen international renommierte Dichterinnen, Autoren, Politiker, Texte und Statements. Auch die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen,Text zu den Fotografien zu schreiben, selbst mit ihren Meinungen und Gedanken Teil des Projektes zu werden.

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Für die Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste suchte Dana Arieli „Nazi Phantom“ Orte in Solingen und Nordrhein- Westfalen. Gefunden hat sie den Ort in Solingen, an dem das Geburtshaus von Adolf Eichmann stand. Es wurde abgerissen.Heute befindet sich dort ein Parkplatz. Aufgesucht hat Dana Arieli auch die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel.

Dana Arieli zum Projekt „Das Nazi Phantom“: Die noch existierende NS-Architektur, bzw. die Täterorte werden im öffentlichen Umgang oft immer noch vernachlässigt. Dies spiegelt den schwierigen Umgang im Land der Täter mit der Personi-fizierung der Nazizeit wider. Die deutschen Städte haben unter-schiedliche Strategien zur Auseinandersetzung mit dem Thema gewählt: die erste zielt drauf ab, die Gebäude abzureißen; die zweite stellt sich der Geschichte und dem Erhalt der Architektur; die dritte definiert die Rolle der Gebäude neu und erweitert durch diese Mechanismen ihre Bedeutung. Transparente Erinnerung ist eine weitere Lösung, die hier diskutiert wird.

Dana Arieli arbeitete von 2013 bis 2018 als Dekanin für Design am H.I.T., Institute of Technology in Holon und von 2004 bis 2012 als Leiterin der Geschichts- und Theorieabteilung der Bezalel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem. Dana Arielis Großmutter hat als Kind Else Lasker-Schüler in Jerusalem kennengelernt, und so gibt es über das Thema hinaus eine persönliche Verbindung Dana Arielis zu Else Lasker-Schüler.

 

 

Die Sammlungen

 

Das Zentrum für verfolgte Künste betreut eine Literatursammlung und eine Kunstsammlung. Teile dieser beiden Sammlungen werden permanent in unseren Räumen präsentiert. Unser Schwerpunkt sind Werke, die während der Zeit des Nationalsozialismus sowie in der DDR verboten waren. Die durch die Verwerfungen der Zeit eher unbekannten Künstler haben im Zentrum für verfolgte Künste eine Heimat gefunden.

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