Aktuell:

Jonasz Stern

Landschaft nach der Vernichtung

4. August – 25. September 2016

 

Jonasz Stern (1904 – 1988) gehört zu den großen polnischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Stern Mitglied der Künstlervereinigung „Krakauer Gruppe“. Sie experimentierte mit künstlerischen Formen und Stilen und vertrat linke Positionen. Die meisten Mitglieder gehörten zur CPP (Polnische Kommunistische Partei). Darunter auch Stern, der als politischer Gefangener des konservativen polnischen Staats Mitte der 1930er-Jahre im Lager Bereza Kartuska interniert wurde.

 

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges floh Stern von Krakau nach Lemberg. Seine Kunstwerke musste er zurück lassen, keines überdauerte den Krieg. Jonasz Stern kam – nach der Besetzung Lembergs durch die Deutschen – als Pole jüdischer Herkunft ins Ghetto. Am 1. Juni 1943 sollte er in einer Massenerschießung ermordet werden, doch die Kugeln trafen ihn nicht. Nachts kroch er aus dem Leichenberg heraus und ihm gelang die Flucht nach Ungarn.

 

Die dramatischen Kriegserfahrungen prägen fortan sein Denken und seine Kunst. In seinen Assemblagen vereint er mit einfachen Symbolen die Dramen des Lebens und des Todes: zerknittertes Tuch, Skelette von Säugetieren und Fischen, Sand, Steine, Netze und Fotografien. Diese modernen Gemälde sind völlig frei von Pathos. Es sind abstrakte Landschaften, die aus den Überresten der Welt entstanden sind. Kein Ausdruck der Verzweiflung nach dem Verlorenen, viel mehr ein Appell an die Lebenden sind seine Kunstwerke. Sie versinnbildlichen nach der Zerstörung des Humanen, die Wiedergeburt der Werte durch Hoffnung und Ästhetik.

 

25 Jahre nach der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages zeigen das Museum für Gegenwartskunst Krakau und das Zentrum für verfolgte Künste gemeinsam die erste Einzelausstellung von Jonasz Stern in Deutschland. Nach der Präsentation in Solingen wird die Ausstellung 2017 auch in Krakau zu sehen sein.

 

Schirmherr:

Josef Neumann, MdL

 

Kuratorin:

Maria Anna Potocka, Direktorin des MOCAK Museum für Gegenwartskunst Krakau

 

Kooperationspartner:

Polnisches Institut Düsseldorf (Infos hier)

 

Katalog:

Der Katalog ist für 20€ in unserem Museumsshop erhältlich. Online-Bestellungen (zzgl. Porto) sind hier möglich.

 

Führungen:

Die Sonderausstellung wird durch einen Audioguide ergänzt, der Ihnen Jonasz Stern und dessen vielseitiges Werk näher bringt. Sie können unseren Audioguide online kostenfrei abrufen oder im Museumsshop ein Audiogerät für 2 € entleihen.

 

Persönliche Führungen sind auf Deutsch, Polnisch und Englisch buchbar. Bitte beachten Sie, dass wir für die Organisation Ihrer Führung einen zeitlichen Vorlauf von mindestens 10 Wochentagen benötigen. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 25 Personen.

 

Jetzt Führung buchen: info@verfolgte-kuenste.de

 

Audioguide: Hier

 

Bilder der Eröffnung: Hier

 

 

 

Die 10 besten neuen Museen 2015

„The Guardian“ wählt das Zentrum in Solingen

 

Hier geht es zum Artikel.

 

 

 

Die Eröffnung 

des Zentrums für verfolgte Künste

8. Dezember 2015

 

Vor fast 600 geladenen Gästen eröffnete am 8. Dezember 2015 Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, mit einer Festrede das Zentrum für verfolgte Künste.

 

 

Lesen Sie unsere Museumszeitung zur Eröffnung des Zentrums als PDF oder als Blätterkatalog (Beilage im Solinger Tageblatt am 8. Dezember 2015) .

 

 

Das Zentrum für verfolgte Künste ist beheimatet im Kunstmuseum Solingen. Weitere Informationen zum Kunstmuseum finden Sie hier.